Mit Spielart werden die wesentlichen Eigenschaften eines Spielwerkes bezeichnet. Dazu zählen u. a. das Gefühl von Präzision und Geschmeidigkeit, die Sicherheit bei leisestem Spiel oder kraftvollem Fortissimo, bei rasanten Läufen und schnellen Repetitionsfolgen, die unterschiedlichen "Spielgewichte" und vieles mehr.

Bei intensiv gespielten Instrumenten kommen im Lauf der Jahre gerade in der mittleren Tonlage viele Millionen Anschläge pro Taste zusammen. Daraus resultiert ein natürlicher Verschleiß, der aber bei regelmäßigem Service durch qualifizierte Fachleute und einem geeigneten Standort des Instrumentes durchaus in Grenzen gehalten werden kann.

Dynamisch reagierende Hammerköpfe sind für gute klangliche Eigenschaften von besonderer Bedeutung. Nur ein ideales Bedingungsgefüge aus flexiblen Filzschichten, einer optimalen Form und das richtige Maß an inneren Spannungen und die richtige Intonation bieten die erforderlichen Voraussetzungen, den klassischen Klavierklang beim Musizieren in unzähligen Nuancen gestalten zu können.

Bei intensivem Spiel verhärten sich die Filzschichten der Hammerköpfe. Zudem ist die Abnutzung der Hammerköpfe an ihren Aufprallpunkten ein natürlicher Vorgang. Schließlich haben auch extreme Wechsel der relativen Raumluftfeuchten Einfluss auf die Spannungsverhältnisse in den Hammerköpfen. Von Zeit zu Zeit lohnt ? hier fehlt Text!!

Staub
Alle Oberflächen ziehen in unterschiedlicher Intensität Staub an. Das gilt für Lacksysteme mit Polyestermaterial in verstärktem Maß. Zu häufiges Säubern und intensives Reiben sind zu vermeiden, da dies zu statischen Aufladungen führt und die Anziehungskraft für Staub vorübergehend erhöht. Zur gelegentlichen Beseitigung geringfügiger Staubverschmutzungen eignet sich am besten ein feiner Staubwedel.

Glänzende Oberflächen
Der normale Alterungsprozess, häufiges Anfassen an gleichen Stellen, intensives Reiben usw. führen zu Verringerungen des Glanzgrades (tendenziell matte Stellen). Solange sich diese Erscheinungen in Grenzen halten, ist deren Beseitigung durch den Fachmann zumeist problemlos möglich.

Matte Oberflächen
Der normale Alterungsprozess, häufiges Anfassen an gleichen Stellen, feuchte oder fettige Finger, übertriebenes Säubern und intensives Reiben usw. führen zu Erhöhungen des Glanzgrades (tendenziell glänzende Stellen). Solange sich diese Erscheinungen in Grenzen halten, ist deren Beseitigung bei strichmatten Oberflächen durch einen Fachmann zumeist problemlos möglich. Bei spritzmatten Oberflächen (seidenmatt, mattglanz, satiniert) erfordert die Beseitigung blanker Stellen in der Regel einen partiellen oder vollständigen Auftrag einer neuen Mattlackschicht.

Reinigungstücher und Putzleder
Reinigungstücher bzw. Putzleder müssen weich und sauber sein. Sie sollten bei der Säuberung glänzender Oberflächen ganz geringfügig mit entspanntem Wasser oder einer antistatischen Reinigungsflüssigkeit angefeuchtet werden. Bei der Reinigung matter Oberflächen empfiehlt sich die sorgsame Verwendung eines geeigneten Reinigungsmittels.

Reinigungsmittel
Als Reinigungsmittel werden bewährte Markenprodukte empfohlen, welche keinesfalls chemisch oder mechanisch aggressiv sein dürfen. Die Anwendung muss stets sparsam und unter Beachtung der Gebrauchsanweisung erfolgen. Weder dürfen Reinigungsmittel in Form von Spray verwendet werden noch darf Reinigungsflüssigkeit in das Innere der Instrumente gelangen, da in beiden Fällen die empfindlichen Teile in Klangkörper und/oder Spielwerk erhebliche Schäden erleiden können.

Der Standortwechsel eines Flügels oder Klaviers mit Rollen innerhalb eines Raumes erfordert in der Regel zwei bis drei kräftige Personen, um das Instrument zu verschieben. Dabei sind die Rollen durch Anheben des Instrumentes etwas zu entlasten. Bei empfindlichen und glatten Fußböden empfiehlt es sich, das Instrument auf eine starke Textilunterlage zu stellen und dann darauf unter Entlastung der Rollen vorsichtig zu verschieben. So werden mögliche Beschädigungen des Fußbodens vermieden. Klaviere ohne Rollen können auf glatten Fußböden in der zuvor beschriebenen Weise unter Verwendung von Textilunterlagen verschoben werden, ansonsten sind die Klaviere zu tragen. Bei jedem Transport ist sorgsam darauf zu achten, dass das Instrument nicht sein Gleichgewicht verliert und umkippt. Alle Transporte von Stockwerk zu Stockwerk und außer Haus sollten stets Fachfirmen übertragen werden. Standortwechsel des Instrumentes durch Personen mit mangelnder Erfahrung oder Körperkraft können erhebliche körperliche Verletzungen oder Beschädigungen am Instrument nach sich ziehen.

Aus den vorstehenden Empfehlungen können in keinem Fall irgendwelche Ansprüche gegen Schimmel wegen etwaiger Beschädigungen des Instruments, anderer Sachschäden oder persönlicher Verletzungen samt Folgeschäden hergeleitet werden.

Flügel und Klaviere bieten einen großen Reichtum an instrumentalen Qualitäten und sind verlässliche Partner. Holz, Filze und Leder begründen die Einzigartigkeit ihrer klanglichen und spieltechnischen Eigenschaften. Diese Naturwerkstoffe reagieren auf das klimatische Bedingungsgefüge am Standort des Instrumentes.

Ungeeignet sind Standorte an oder hinter Fenstern, unmittelbar vor oder über Radiatoren oder Konvektoren bzw. direkt über, unter oder vor Luftaustrittsöffnungen und an feuchten, kalten Außenwänden. Unmittelbare Sonneneinwirkung ist schädlich für Furnierfarbtöne und Oberflächen.

Die Nichtbeachtung dieser Hinweise und Empfehlungen kann umfangreiche Schäden am Instrument zur Folge haben und einen erheblichen Wertverlust nach sich ziehen.

Raumklimata, in denen sich Menschen wohl fühlen, sind auch für Pianoforteinstrumente gut. Ein als angenehm empfundenes Raumklima kann hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit durchaus sehr unterschiedliche Werte aufweisen. Die Graphik zeigt gemittelte Werte, welche überwiegend als angenehm empfunden werden und auch für ein akustisches Pianoforteinstrument vorteilhaft sind.

Normales Lüften der Räume ist unschädlich. Bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt oder sehr nassem Wetter sollte nicht übermäßig gelüftet werden. In diesen Fällen ist anhaltende Zugluft immer schädlich.

Die ideale relative Feuchte der Raumluft sollte sich in Schwankungsbreiten zwischen 40% und 60% bewegen. Unterschiede zwischen 35% bis 70% sind noch erträglich. Größere Schwankungen führen mit zunehmender Häufigkeit und Intensität zu zunehmenden Veränderungen der Stimmung und der Spielbarkeit des Instrumentes. Die ideale Temperatur der Raumluft liegt zwischen 21° und 24° Celsius. Auch deutlich höhere oder niedrigere Raumtemperaturen sind ohne schädlichen Einfluss, solange sich die relativen Luftfeuchten zwischen 35% und 70% bewegen. Wo die Einhaltung der zuvor als angenehm empfundenen Klimaverhältnisse in einem Raum nicht möglich ist, empfiehlt sich der Einbau eines Piano Life-Saver systems. Unter www.dampp-chaser.com wird dazu ausführlich informiert.

Als einfache Grundregel gilt: Jede Temperaturänderung in einem Raum bewirkt immer eine Änderung der relativen Luftfeuchte!
Daraus folgt:

Steigende Raumtemperatur>Sinkende relative Luftfeuchte
(Aufheizen)>Holz und Filz trocknen
Sinkende Raumtemperatur >Steigende relative Luftfeuchte
(Abkühlung)>Holz und Filz quellen

Die jeweiligen Raumklimata weichen umso stärker von den äußeren Klimabedingungen ab, je größer die isolierenden Wirkungen der baulichen Gegebenheiten und die Einwirkungen von Heizungssystemen, Lüftungs- und/oder Klimaanlagen sind. Die Vielfalt der durch die Baulichkeiten und Haustechnik gegebenen Umstände lässt sich deshalb nicht in wenigen Worten beschreiben, dazu sind Fachleute zu befragen.

Radiatoren sind zumeist unter Fenstern angebracht. Sie wirken vor allem durch Konvektionswärme, geben aber auch Strahlungswärme ab. Ein Instrument sollte nicht unmittelbar vor solchen Heizkörpern stehen. Konvektoren befinden sich zumeist an Wänden oder in Fußböden und wirken fast ausschließlich durch Konvektionswärme. Direkt vor oder über solchen Heizungsquellen darf das Instrument keinesfalls aufgestellt werden. Luftheizungssysteme erzeugen in Nähe der Luftaustrittsöffnungen einen kontinuierlichen Luftstrom, der bei unmittelbarer Einwirkung für Flügel und Klaviere besonders schädlich ist. Ein Instrument sollte keinesfalls direkt vor, unter oder über Luftaustrittsöffnungen stehen.

Fußbodenheizungen bewirken mit sehr niedrigen Heiztemperaturen eine relativ geringe gleichmäßige Luftzirkulation im Raum. Richtig dimensionierte Fußbodenheizungen führen unmittelbar über dem Fußboden zu Lufttemperaturen um 21° bis 24°. Die Lufttemperatur sinkt mit zunehmendem Abstand vom Fußboden. Die Temperatur der aufsteigenden Luft als auch die Strahlungswärme haben deshalb auf Flügel nur geringen Einfluss. Bei Klavieren empfiehlt sich eventuell eine Wärmeisolierung zwischen dem Fußboden und dem Sockel des Instrumentes. Der Fachhändler weiß dazu Rat. Einfache Luftbefeuchtungssysteme sind nur an Standorten mit nachhaltig sehr niedrigen relativen Luftfeuchten sinnvoll, wenn die Systeme ausreichend dimensioniert sind, zuverlässig arbeiten und Schwankungen der relativen Luftfeuchten unter 35% verhindern. Vollklimaanlagen sind dann von Vorteil für gute Flügel und Klaviere, wenn sich die in den klimatisierten Räumen vorherrschenden relativen Luftfeuchten in einer Bandbreite von 40% bis 60% bewegen und lüftungsbedingte Schwankungen schnell ausgleichen.

Die Empfehlungen sind als allgemeine Orientierung zu verstehen und können keinesfalls die individuelle Beratung durch den Fachmann ersetzen. Bitte holen Sie im Zweifelsfall den Rat des Fachhändlers oder eines qualifizierten Technikers ein.

Die empfohlenen Servicearbeiten hängen nach Umfang und Zeitpunkt davon ab, welche Ansprüche an Stimmung, Intonation und Spielart gestellt werden, wie häufig und wie intensiv das Instrument gespielt wird und welchen klimatischen Einflüssen es ausgesetzt ist. Servicearbeiten sollten Sie Fachleuten überlassen. Die Schäden und Mängel, die Nichtfachleute verursachen können, sind oft nur mit erheblichem Aufwand wieder zu reparieren. Bitte achten Sie darauf, dass nicht aufgeführte, aber durchgeführte Servicearbeiten dokumentiert werden.